Hund im Auto – Teil 2 – Hundebox oder Hundegitter?

Wie soll der Hund im Auto am besten gesichert werden? Als Smartie bei uns einzog hatten wir uns gar nicht mal so viele Gedanken dazu gemacht. Ich wollte in meinem 1er BMW ein Gitter installieren um den Kofferraum vom Fahrgastraum zu trennen und das wars – mehr Gedanken hatte ich mir nicht gemacht. Doch dann kam Smartie. Und damit begann eine Reise durch alle nur möglichen Boxen und Sicherungsarten überhaupt. Neben einer Alu Hundebox, einer Textil- und einer Plastik / Flug Hundebox, dem Hundegitter haben wir auch mehrere Anschnaller ausprobiert.

Zunächst muss man sich klar werden, wo der Hund im Auto mitfahren sollen. Erst dann kann man entscheiden, wie man den Hund im Auto sichern möchte.

Anschnaller oder Hundebox für die Rückbank?

Wie in unserem ersten Teil schon angesprochen fährt Smartie im Moment wieder auf der Rückbank mit. Ich weiß nicht, was passiert ist aber plötzlich hatte er im Kofferraum wieder große Angst. Während wir nun also den Kofferraum als „Ruheraum“ wieder neu aufbauen fährt Smartie für die Fahrten, die nun mal bei uns täglich einfach sein müssen auf der Rückbank.
Wenn euer Hund auf der Rückbank mit fährt habt ihr verschiedene Möglichkeiten der Sicherung.

Hunde können auch ohne Box im Auto reisen - hier muss aber besonders auf Sicherheit geachtet werden
Hunde können auch ohne Box im Auto reisen – hier muss aber besonders auf Sicherheit geachtet werden

Das einfachste ist sicherlich ein Anschnallgurt

Dieser Gurt wird einfach in eines der Gurtschlösser gesteckt. Der Karabiner wird mit dem Geschirr des Hundes verbunden. Es gibt spezielle Auto-Geschirre, die die Druckpunkte bestmöglich verteilen. Wir fahren, wenn Smartie mit dem Gurt gesichert wird immer mit seinem normalen Führgeschirr. Das ist allerdings nicht optimal und nichts, was ich euch empfehlen würde.

Das beste Auto-Geschirr ist meiner Ansicht nach das von Ruffwear

Um das Auto zu schonen empfiehlt sich bei Fahrten auf der Rückbank auch eine Autoschondecke. Zum einen um Verschmutzungen und Kratzer im Auto zu reduzieren. Zum anderen ist es je nach Decke auch bequemer und kuscheliger für den Vierbeiner.

Wir haben zu Beginn als Smartie bei uns einzog einen Anschnaller eigentlich nur als „Notlösung“ gekauft. Achtet auf jedenfall auf gute Qualität. Die ersten beiden Anschnallgurte, die wir gekauft haben konnten wir händisch einfach aus dem Gurtschloss ziehen. Das sollte so natürlich nicht sein und es würde im Falle eines Falles unseren Liebling auch nicht gut sichern.

Nachdem klar war, dass Smartie in meinem 1er BMW nicht in den Kofferraum einsteigen möchte (für ihn war Kofferraum ohnehin gruselig aber das einsteigen in einen Kofferraum mit so hoher Ladekante ging überhaupt nicht) haben wir uns nach einer sichereren Lösung für die Rückbank umgesehen.

Hundebox auf der Rückbank

Ich wollte, dass Smartie seinen eigenen, sicheren Rückzugsort im Auto hat. Zudem hatte ich, nachdem wir wie gesagt die ersten Anschnaller selbst lösen konnte nicht mehr so großes Vertrauen in sie. Es sollte also eine Box einziehen. Zunächst war ich etwas unbedarft und habe mir erst eine Textilbox gekauft. Smartie hat sie nicht sehr gut angenommen. Für ihn war es unheimlich, dass die Wände nachgegeben haben, wenn er dagegen kam. Ehrlicherweise fand ich das auch ein bisschen unheimlich. Besonders stabil sind diese Boxen nicht und um einen 20 kg Hund bei einem Aufprall zu halten völlig ungeeignet.

Die nächste Box, die bei uns einzog war eine Kunststoff-Flugbox. Sicherheitstechnisch ein Super-Gau. Bei einem Unfall würde die Box Smarties Gewicht nicht aushalten. Sie würde vermutlich splittern und die Splitter könnten nicht nur ihn sondern auch mich oder meinen Beifahrer verletzen. Bis ich das heraus gefunden hatte liebte Smartie diese Box aber.

Zum ersten Mal, seit er bei uns war lag er entspannt im Auto und schlief. Also konnte ich die Transportbox nicht mehr austauschen. Ich war so froh, dass er bei der Fahrt endlich zur Ruhe kam, dass ich die potentielle Gefahr ausblendete. Zumal die Situation auch ein natürliches Ende hatte als dieses Auto aus dem Leasing lief. Wäre es eine dauerhafte oder zumindest längerfristige Situation gewesen hätten wir sicherlich die Box noch einmal gewechselt. Die Rückbankbox von Schmidt Hundeboxen hatte es mir sehr angetan. Sie ist stabil und sicher. Nicht nur für den Hund sondern auch für die menschlichen Insassen.

Das neue Auto war extra auf den Schokodrop abgestimmt. Keine Ladekante. Der Kofferraum war groß genug für eine Hundebox. Smartie sollte (endlich) lernen, entspannt im Kofferraum zu fahren. Ich war zuversichtlich, dass das klappen würde. Auf dem Rücksitz hatte er sich mit der Kunstoffbox schließlich sehr wohl gefühlt.

Hundebox oder Hundegitter im Kofferraum?

Wenn man sich (wie wir damals) grundsätzlich entschieden hat, dass der Hund im Kofferraum mit fahren soll hat man wiederum verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Hund soll im Kofferraum angeschnallt werden.
    Das geht. Klar. In fast jedem Kofferraum gibt es Verzurr-Ösen, in dem eine Leine eingehakt werden könnte. Besser noch wäre es, einen speziellen Hunde-Anschnallgurt auf der Rückbank in das Gurtschloss zu stecken und dann nach hinten zu führen.
    Von dieser Lösung würde ich persönlich abraten. Der Gurt soll in diesem Fall verhindern, dass der Hund im Falle eines Falles nach vorne in den Fahrgastraum geschleudert werden kann. Während der Fahrt kann der Gurt den Hund jedoch behindern, wenn er seine Position verändern möchte. Wenn der Hund im Auto eher zu den unruhigen Gesellen gehört kann er sich auch ziemlich blöd im Gurt verheddert und im schlimmsten Fall verletzen.
  • Ein Hundegitter soll den Hund sichern
    Hier gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Die einfachste ist ein Universalgitter (wie z.B. dieses hier) zwischen Kofferraum und Fond. Dieses Gitter wird zwischen Boden und Wagenhimmel eingespannt / eingeklemmt. Das Gitter verhindert, dass der Hund bei einem Aufprall oder einer Notbremsung nach vorne fällt. Diese Gitter gibt es zum Teil auch direkt vom Autohersteller. Damit passen sie natürlich besser. Es gibt auch Hersteller, die Gitter passgenau in ein Auto bauen. Zudem besteht die Möglichkeit, auch ein Gitter zwischen Kofferraum und und Kofferraumöffnung anzubringen. Das verhindert, dass der Hund selbständig aussteigt.
    Der Vor- oder Nachteil einer solchen Lösung ist, dass der Hund den gesamten Kofferraum zur Verfügung hat.
    Ist der Wagen groß der Hund aber klein würde ich von dieser Lösung abraten.
    Je mehr Platz der Hund in Falle eines Aufpralls hat umso schmerzhafter und gefährlicher wird es für ihn. Natürlich sollte der Vierbeiner genügend Platz haben sich zu drehen, zu setzen und hin zu legen. Aber zu viel Platz ist während der Fahrt tatsächlich die schlimmere Alternative.
  • Eine Hundebox
    Es gibt so viele verschiedene Boxenalternativen, dass sie hier alle aufzuführen schwierig ist. Wie oben schon beschrieben gibt es Textilboxen, Kunststoffboxen, Gitterboxen und Boxen mit Alu-Streben.
    Nachdem ich durch unsere Rückbank-Versuche schon gelernt hatte wie unsicher Textil- und Kunststoff sind und mir von von herein klar war das die klassischen Draht- oder Holzboxen sicherlich auch nicht besser sind sollte eine Alubox einziehen.

Welche Hundebox ist die Richtige?

Smartie in seiner geliebten Hundebox
Smartie in seiner geliebten Hundebox

Es gibt viele Menschen, die einen Notausstieg in der Hundebox als zwingend erforderlich ansehen. Notausstiege sind dazu gedacht, eine weitere Möglichkeit zu haben, den Hund nach einem Unfall aus der Box zu befreien. Steht die Hundebox zum Beispiel im Kofferraum ist es wahrscheinlich, dass sie nach einem Auffahrunfall beschädigt oder zumindest so weit verzogen ist, dass sie sich nicht mehr einfach öffnen lässt. In diesem Fall haben einige Boxen in der Rückwand (also dem Teil, das zur Rückbank zeigt) einen Notausstieg vorgesehen, durch den der Hund einfacher und schnell aus dem verunfallten Wagen und seiner Box befreit werden soll.

Der Nachteil von Notausstiegen ist, dass sie meist zulasten der Stabilität der Box gehen. Wenn die Rückwand gleichzeitig Not-Türe sein soll muss sie anders angebracht werden und kann nicht mehr die Stabilität bieten wie eine durchgängige Rückwand. Das Thema „Notausstieg“ hat uns bei der Frage nach der richtigen Box tatsächlich am längsten beschäftigt. Schließlich haben wir uns für Smartie für eine Hundebox ohne Notausstieg entschieden. Natürlich möchte ich Smartie in einem Notfall schnell erreichen können. Bei einem Auffahrunfall, der die Stabilität der Hundebox aber soweit in Mitleidenschaft zieht das die Türe sich nicht mehr öffnet wird eben das – also das öffnen der Tür vermutlich nicht meine erste Handlung sein. Nach langem hin und her haben wir uns für eine passende Box von 4pets entschieden.

Diese Firma ist die einzige, die mir unter gekommen ist, die ein TÜV Siegel hat. Unsere Box hat zwar keinen Notausstieg, aber dafür Bestnoten im Crash-Test. Für unser Auto und Smartie war die Box „ProLine Condor S“ die richtige Größe und gemeinsam mit dem Einstiegschutz war sie über 2 Jahre ein guter und geliebter Rückzugsort. (tatsächlich steht die Box, nachdem auch DAS Auto aus dem Leasing lief mittlerweile in der Garage herum – wer also Bedarf hat kann sich gerne bei mir melden).