Hilfe! Hat mein Hund Flöhe ? – DIY Flohfalle

Hilfe! Hat mein Hund Flöhe?

Zugegeben, wenn es um Ungeziefer oder kleine Krabbeltierchen geht werde ich sehr zickig. Deshalb möchte ich euch drei Wege zeigen, wie ihr prüfen könnt, ob euer Hund Flöhe mit nach Hause gebracht hat. Zum einen, wie ihr es an eurem Hund selbst testen könnt und zum anderen zwei kleine DIY Flohfallen, die ihr in der Nähe des Schlafplatzes eures Lieblings aufstellen könnt. All das gilt natürlich auch für Katzen. Oder für Menschen ganz ohne Haustiere.
Das bringt uns zur ersten Frage:

Woher kommen die Flöhe eigentlich?

Die naheliegendste Variante ist, dass euer Haustier sie bei einem Artgenossen aufgeschnappt hat. Ein Hund kann durch Kontakt mit einem Spielgefährten, beim aneinander-schnüffeln auf der Hundewiese oder in der Hundeschule Flöhe einfangen.

Aber auch andere Tiere können Flöhe übergeben. So zum Beispiel Igel, Hasen, Rehe – die Liste ist lang. Im ungünstigsten Fall muss euer Tier nichtmal in Kontakt mit dem “Wirt” kommen. Hat sich ein Floh an einem Busch vom Hirsch abstreifen lassen an dem euer Hund vorbei geht kann das reichen. Auch ihr könnt als “Zwischenwirt” fungieren indem ihr die Flöhe von einem anderen Hund, einer Katze oder einfach aus der Umgebung an eurer Kleidung mit bringt.

Selbst in rosa werden Flöhe nicht unbedingt attraktiver

Sind Flöhe gefährlich?

An und für sich nicht. Allerdings tragen Flöhe auch Krankheitserreger in sich. So können Flöhe zum Beispiel den Gurkenkernbandwurm übertragen, wenn der Hund (oder die Katze) bei der Fellpflege eines der Tierchen verschluckt. Vergesst bitte deshalb auf keinen Fall eine Wurmkur bzw. eine gründliche Kotuntersuchung nach einem Flohbefall. Auch andere Krankheiten können durch Flöhe übertragen werden. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Rattenfloh damals einer der Hauptübertragungswege der Pest war? (Wikipedia). Nun ist das zum Glück heute kein Problem mehr für uns, aber schnell handeln sollten wir trotzdem, wenn der Verdachte eines Flohbefalls besteht. Auch weil das Problem beziehungsweise die Flohpopulation sehr schnell größer wird. Ein Flohweibchen kann bis zu 3.000 Eier legen.

Woher weiß ich, ob mein Hund Flöhe hat?

Beobachten

In aller Regel verändert sich das Verhalten des Hundes (oder der Katze). Er wird sich vermehrt kratzen und unruhiger werden. Wie wir eben auch, wenn es an uns juckt und krabbelt.

Haustier untersuchen

Am besten sucht man die Flöhe zunächst direkt am “Wirt”, also an eurem Haustier. Dazu braucht ihr einen Flohkamm (zum Beispiel diesen hier*) und ein Kleenex oder Papiertuch.

Kämmt euren Hund. Besonders beliebte Flohverstecke sind im Hals-/Nackenbereich und an den Hinterbeinen. Wenn ihr nicht direkt die krabbelnden Tierchen im Kamm seht streift den Kamm an dem Tuch ab. Wenn ihr kleine, schwarze Krümelchen findet, feuchtet das Tuch ein wenig an und schaut, ob sich die Krümel rötlich verfärben. Falls ja: Herzlichen Glückwunsch, ihr habt eben höchstwahrscheinlich Flohkot gefunden.

Falls ihr nichts gefunden habt hat euer Tier vermutlich keine Flöhe. Allerdings machen es sich die Biester auch manchmal in der nahen Umgebung des Haustiers gemütlich**. Um ganz sicher zu gehen könnt ihr eine einfache Falle selbst bauen

DIY Flohfalle

Für unsere Flohfalle braucht ihr

  • Einen flachen Teller (oder eine sehr flache Schüssel oder Servierplatte)
  • Wasser
  • Spülmittel
  • Ein Teelicht
  • Ein Hand- oder Geschirrtuch

Füllt den Teller soweit möglich mit Wasser. Löst nun einen Esslöffel Spülmittel in dem Wasser. In die Mitte des mit Spülmittel-Wasser gefüllten Tellers platziert ihr die Kerze. Stellt den Teller auf dem Hand- oder Geschirrtuch in der Nähe des Schlafplatzes eures Vierbeiners auf.

Wichtig ist, dass kein Lebewesen (weder ihr noch euer Tier) sich in dem Raum aufhält, während ihr versucht, Flöhe zu fangen. Nun zündet ihr also die Kerze an und verlasst den Raum. (Achtet darauf, die Falle so zu platzieren, dass keine Brandgefahr besteht!)

Wie funktioniert die Flohfalle?
Flöhe ertrinken eigentlich durch ihr sehr geringes Gewicht nicht. Durch das Spülmittel ist allerdings die Oberflächenspannung des Wassers so weit reduziert, dass der Floh nicht übers Wasser gehen kann. Nachdem Flöhe sich durch Wärme anlocken lassen werden sie versuchen, näher an die Flamme des Teelichts zu kommen – und im Spülmittel-Wasser ertrinken. Wenn ihr also einige Zeit später in den Raum zurück geht solltet ihr bei Flohbefall ein paar Krabbeltierchen gefangen haben.

DIY – Flohfalle die 2.

Eine andere Möglichkeit, Flöhe zu fangen ist noch viel simpler: doppelseitiges Klebeband. Ihr könnt auf einem großen Blatt Papier oder einem Pappkarton einige Streifen doppelseitiges Klebeband befestigen. Am Besten bündig so dass eine große Klebefläche entsteht. Diese Klebefalle plaziert ihr nun an der Stelle, an der ihr die Tierchen vermutet. Vermutlich wird das in der Nähe des Schlafplatzes eures Vierbeiners sein.

Achtet auf jedenfall darauf, dass euer Haustier etwas Abstand zu der Falle hält. Sie ist natürlich nicht giftig, aber sensible Hunde oder Katzen könnten panisch werden, wenn ihnen plötzlich ein großes Blatt Papier an Nase oder Pfoten klebt. Das Zeug klebt nämlich wirklich gut!

Die Idee beziehungsweise die Wirkungsweise der Falle ist simpel. Die Flöhe hüpfen umher und landen irgendwann auf der Klebefläche. Von dort kommen sie nicht mehr weg und ihr habt sie gefangen.

Flöhe gefunden – und nun?

Für die Bekämpfung der Übeltäter am Haustier selbst möchte ich hier keine Empfehlung geben. Es gibt einige Möglichkeiten von der “Chemiekeule” (Frontline* ist hier sicherlich die bekannteste) über pflanzliche Mittel (z.B. Amigard*) bis hin zu selbstgemachten Hausmitteln (z.B. aus Chili und Zitrone) oder homöopathischen Mitteln. Manche empfehlen auch, dass das bloße Abkämmen des Tieres ausreicht. Ein Bad mit einem milden Hundeshampoo* kann auf jedenfall nicht schaden. Die Haut eures Vierbeiners juckt bestimmt ganz schön heftig. Wenn ihr euch unsicher seid, haltet kurz Rückspache mit dem Tierarzt eures Vertrauens. Er wird euch sicherlich besser und kompetenter beraten können als irgend jemand im Internet das kann.

Bei der Behandlung des Tiers darf es aber auf keinen Fall bleiben – die ungebetenen Gäste sind noch in der Wohnung und können sich überall in euren vier Wänden aufhalten. Entsprechend gilt es nun, alle Textilien sofern möglich bei mindestens 60 Grad in der Maschine zu waschen. Was nicht (so heiß) gewaschen werden kann sollte nach Möglichkeit bei -19 Grad eingefroren werden. Matratzen, Teppiche und Sofas müssen mehrfach gründlichst abgesaugt werden. Wenn ihr Flöhe entdeckt habt empfiehlt sich also ein sehr, sehr gründlicher Hausputz. Denkt vor allem auch an kleine Ritzen und Nischen. Und ja, auch der Schrank sollte von der Wand gerückt werden um wirklich jeden Schlupfwinkel zu erwischen.

Die Wohnung und alle Polster zu saugen wird in den nächsten Tagen zu eurem täglichen Programm. Vergesst nicht, den Staubsauger nach jedem Saugvorgang sofort zu reinigen. Die Flöhe können in eurem Staubsaugerbeutel oder Staubbehälter überleben. Damit hättet ihr sie nur “umgesiedelt” aber nicht entfernt. Wer einen Staubsauber mit Beutel besitzt sollte den Beutel wirklich nach jedem Saugen vorsichtig herausnehmen, in eine Plastiktüte packen und sofort entsorgen. Für Staubsauger ohne Beutel empfiehlt sich, den Behälter draußen (wichtig 🙂 ) in einen Beutel zu entleeren und den sofort zu entsorgen. Der Behälter sollte anschließend (am besten immer noch draußen) gründlich gereinigt und im Bestenfall mit Kieselgur* behandelt werden.

Wer sich nicht auf seine Putzfähigkeiten alleine verlassen will der kann auch in der Wohnung auf Kieselgur setzen. Es ist ein natürliches Mittel und wirkt gut gegen Flöhe. Kieselgur wirkt recht simpel dadurch, dass es den Panzer des Insekts beschädigt und die Tiere so über Zeit austrocknen. Es ist also normal, dass sie nicht sofort tot umfallen.

Anmerkungen:
Die Bilder dieses Artikels stammen von pixabay.com

*Amazon Affiliate Link

** Der Vollständigkeit halber:
Es gibt Tier- und Menschenflöhe. Während die Tierflöhe tatsächlich überwiegend im Fell des Wirts leben sind Menschenflöhe “Nestflöhe”. Das heißt, sie richten sich ein nettes Zuhause in der Nähe ihres Wirts ein. Zum Beispiel in der Sofaspalte oder zwischen Fußbodenleiste und Wand. Allerdings lassen sich auch Tierflöhe in der Umgebung finden.

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